Online-Kurs für die Arbeit im Archiv

Oft scheitern an mangelnden Kenntnissen in der Schriftsprache Forschungen schon im Frühstadium. Die Uni Zürich bietet hier einen kostenlosen Kurs an. Nach den Einheiten kann man zielgerichteter in Archiven arbeiten. Eines der Lernziele ist zum Beispiel das Lesen und Transkribieren deutschsprachiger Handschriften des 14. bis 19. Jahrhunderts. Außerdem wird die Fähigkeit geschult, Quellen im Bezug auf die Relevanz für die eigenen Forschungen einordnen zu können. Reinschnuppern!

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Wer schreibt noch persönlich Weihnachtskarten?

MyHeritage.de berichtet über die Tradition der Weihnachtskarten.

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Nach alter Sitte: Ostfriesische Neujahrskuchen und Pingel (II) – Das Rezept

Fast jede Familie in meiner Heimat hat ein altes überliefertes Familienrezept für die Zubereitung der Neujahrskuchen. Ich will hier unser Hausrezept verraten, nach dem ich heute immer noch backe (Foto: Theesfeld / pixelio.de):

Neujahrskuchen frisch aus dem Eisen

Neujahrskuchen frisch aus dem Eisen

Neujahrskuchen nach dem Familienrezept Plaisier

Zutaten für etwa 270 Neujahrskuchen

1kg Weizenmehl der Güte 405
700g weißer Kandis
750g Butter (keine Ersatzstoffe wie Margarine!)
6 Eier der Klasse A oder 4 Eier der Klasse S
½ Liter Mineralwasser medium

An Gewürzen werden benötigt:

Lebkuchengewürz, Kardamom gemahlen, Orangenschale gemahlen oder Abrieb, Sternanis gemahlen, Pomeranzenschale gemahlen oder Abrieb, Zitronenschale gemahlen oder Abrieb, außerdem Zimt, Salz und echter Imkerhonig (vorzugsweise Blütentracht, keine streng schmeckenden Sorten).

Das Mehl kann auch als Mischung zusammengestellt werden, etwa aus der Hälfte Weizenmehl und je ¼ Vollkornmehl und Buchweizenmehl.

Die Behandlung und die Zubereitung des Teiges

Mit der Zubereitung des Teiges sollte möglichst am späten Nachmittag des Vortages begonnen werden. Der fertige Teig braucht eine Nacht Zeit, um sich in aller Ruhe entwickeln zu können. So entfalten die Gewürze ihre orientalische Herrlichkeit.

Am Backtag sollte der Teig dann noch nachbereitet werden. Aus dem backfähigen Waffelteig vom Vortag ist jetzt eine zähflüssige Masse geworden. Diese muss durch Zugabe von Flüssigkeit verdünnt werden. Bei der anschließenden Löffelprobe sollte der Teig von einem Holzlöffel als dichte, aber doch zügig fließende Masse ablaufen. Zum Verdünnen eignen sich Mineralwasser oder haltbare Milch, wobei der Fettgehalt keine Rolle spielt. Doch Vorsicht: Nur langsam immer wieder etwas Flüssigkeit zu dem Teig geben, dann verrühren und eventuell noch einmal nachgießen. Bei Bedarf kann der Teig auch während des Backens, wenn nach nachdickt oder sich unten in der Schüssel absetzt, verdünnt werden.

Vor dem Mixen sollten alle benötigten Zutaten auf dem Tisch bereitgestellt werden. Zum Verrühren eignet sich am besten eine Rührschüssel. Als Rührutensil sollte man eine kleine Rührmaschine verwenden, wobei man die Knethaken vorsichtig durch den Teig führen kann. Zum Nachrühren empfiehlt sich der Holzlöffel, mit dem bereits die Löffelprobe durchgeführt wurde.

Zuerst wird der Kandis in einen kleinen Topf geschüttet, dann die Flüssigkeit zugegeben. Dies wird bei mittlerer Hitze zum leichten Kochen gebracht, dabei gelegentlich mit dem Holzlöffel umrühren. Der Kandis muss sich vollständig auflösen.

Zur gleichen Zeit gibt man die Butter in einen Topf und stellt sie auf eine vorgeheizte Herdplatte. Die Butter muss langsam bei mäßiger Hitze schmelzen und einen dünnflüssigen Zustand erreichen.

Sind Kandis und Butter flüssig geworden, stellt man sie in ein kaltes Wasserbad und lässt sie abkühlen.

Das Mehl bis auf einen kleinen Rest von etwa 50g in die Rührschüssel geben und nun die Zutaten der Reihe nach zufügen. Zunächst werden die Eier einzeln aufgeschlagen und zur Kontrolle auf Frische in eine Tasse gegeben. Eventuell den Hahnentritt entfernen, danach Ei für Ei auf das Mehl geben. Von den Gewürzen werden benötigt: Lebkuchengewürz, Kardamom, Sternanis und Zimt (je 1 gehäufter Teelöffel), Orangenschale, Pomeranzenschale und Zitronenschale (je 2 gehäufte Teelöffel), ferner 1 – 2 Teelöffel Salz und 3 Esslöffel Honig. Mit dem Abschmecken unbedingt bis zum nächsten Tag warten!

Der Backvorgang

Zum Backen wird ein spezielles Hörncheneisen verwendet. Es wird an beiden Innenseiten leicht mit Butter eingefettet. Vorteilhaft ist das Abreiben der beiden mit dem Backmuster versehenen Seiten mit leicht gefettetem Küchenpapier.

Der Teig wird auf einen Esslöffel gegeben, wobei der Löffel nur zur Hälfte gefüllt wird. Dann den Teig auf die untere Fläche des Eisens gleiten lassen. Den Backvorgang durch Schließen der Vorrichtung einleiten, so dass beide Hälften des Hörncheneisens aufeinander liegen und bei neueren Modellen die rote Kontrolllampe aufleuchtet. Wichtig ist es, den gewünschten Bräunungsgrad auf der Oberseite des Eisens einzustellen. Vorsicht: Dunkelbraune Neujahrskuchen sind schnell produziert, haben aber einen sehr strengen Geschmack. Mein Tipp: Den Geräteknopf drehen, bis die Zahl 1 genau auf den unten eingelassenen Pfeil zeigt. Ich belasse es sogar noch einige Millimeter vor dem Bräunungsgrad 1.

Wenn die rote Kontrolllampe erlischt, ist der Backvorgang beendet. Nun schnell die Oberseite des Eisens hochklappen, den dünnen Kuchen mit einem Messer vom Rand hochnehmen und auf ein Frühstücksbrettchen legen. Und jetzt heißt es schnell zu arbeiten, schließlich soll ja aus dem flachen Kuchen eine Art Eiswaffel entstehen. Dazu drehen Daumen und Zeigefinger der Gebrauchshand den Kuchen zu einer Spitze, während die andere Hand die Waffelform modelliert. In weniger als 15 Sekunden ist der Kuchen zu einer festen Platte geworden und lässt sich dann nicht mehr zu der Hörnchenform verarbeiten. Es sind also schnelle Finger gefragt. Natürlich schmecken die Neujahrskuchen auch als flache Scheibe, aber formvollendet machen sie einen fachmännischen Eindruck und Sie erhalten das Lob der Gäste.

Die fertig gedrehten Neujahrskuchen werden dann auf einem Tablett ausgebreitet und sollten zwei bis drei Stunden auskühlen. Dann vorsichtig in eine luftdicht schließende Blechdose füllen. Vorsicht, Bruchgefahr! In diesem Behältnis bleiben die Ostfriesischen Neujahrskuchen über viele Monate kross und knackig.

Guten Appetit!                   

Nach alter Sitte: Ostfriesische Neujahrskuchen und Pingel (I)

Mein Vater hat mir in seinen Lebenserinnerungen auch die Beschreibung einer alten ostfriesischen Tradition hinterlassen. Ich möchte sie hier wiedergeben, wie er es formuliert hat:

“Wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt, dann ist die Zeit gekommen, um den Teig für die Neujahrskuchen zuzubereiten. Meine Mutter bereitete den Teig nach einem alten Hausrezept vor. Dann wurde gemeinsam gebacken. Allerdings war unser Eisen bereits von der neuen Generation. Der Küchenofen von der Firma Küppersbusch wurde mit Torf und Eierkohle so richtig in Fahrt gebracht. Dann wurden vom vorderen Feuerloch drei Ringe abgenommen und an dem dafür vorgesehenen Ringhalter fein säuberlich aufgehängt. Über die nun freie Glut wurde ein Gestell aus Gusseisen gestellt, das ausreichend Zwischenraum zwischen der Glut und dem oben auf dem Gestell eingelegten Waffeleisen hatte. Das Eisen hatte einen Stiel von etwa 25 cm, der unten am Waffeleisen geteilt war. So konnte man also, ebenso wie bei dem alten Vorgängermodell, die unten befindlichen Scheiben aufklappen und in die untere, auf dem Gestell fest aufliegende Eisenhälfte den Teig einfüllen. Dann den oberen Teil wieder nach unten drücken – und fertig war das Waffeleisen.

Der Backvorgang begann mit Zischen und einer Art Pfeifen, wenn der Teig in die in den beiden Scheiben eingelassenen Muster gepresst wurde. Man konnte diese Vorrichtung auch drehen. Das heißt, die zuerst unten liegende Scheibe wurde durch eine Drehung nach oben befördert und die obere Scheibe kam auf die Glutseite. Durch kurzes Öffnen der beiden Scheiben konnte man schnell den Garzustand der Waffeln feststellen und dann den fertigen Kuchen herausnehmen. Die Neujahrskuchen kamen zur Aufbewahrung in eine fest schließende Blechdose, um ein Aufweichen zu verhindern. Der Ostfriese bietet seinen Gästen nur Neujahrskuchen in krossem Zustand an. Dazu wird nach alter Sitte Pingel gereicht und Tee getrunken.

Dazu stellt die ostfriesische Gastgeberin dem Gast ein kleines Schnapsglas auf den Tisch und legt dazu einen sehr kleinen Löffel. Beides ist eine Extraanfertigung und wird als Pingelsortiment im Handel angeboten. Nun gibt die Gastgeberin mit einem ostfriesischen Zuckerlöffel einen gestrichenen Löffel Zucker in das Glas. Darauf wird ein klarer Schnaps eingeschenkt. Man muss aber darauf achten, dass das Glas nicht bis zur Kante gefüllt wird, weil der Gast nun mit dem Löffel umrührt und so den Zucker im Klaren auflöst. Dazu reicht man den frisch gebackenen Neujahrskuchen, den der Gast über einem kleinen Konfektteller genüsslich knabbert. Dazu trinkt er den eingeschenkten Pingel, Schluck für Schluck. Neben dem Pingelglas steht der Ostfriesentee mit Kandis und Sahne und ergänzt die Bewirtung.”

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Öffentliche Stammbäume teilen: Ancestry oder MyHeritage?

Irgendwann kommt mal ein Punkt, da müssen die Zettel, Urkunden und Fotos raus aus Schachteln und Schubladen und übersichtlich geordnet werden – am besten elektronisch auf einem Portal, damit bei einem persönlichen Crash die mühsam gesammelten Daten erhalten bleiben.

Auf Empfehlung habe ich mich 2008 entschieden, meine Stammbäume bei Ancestry anzulegen. Neben dem Stammbaum meiner Familie sind dies auch Forschungen, die ich im Auftrag aufgeführt habe. Im Juni 2012 fragte MyHeritage nach einem Interview über meine Forschungen an. Daraufhin habe ich mich erstmals mit diesem Portal beschäftigt.

Bei beiden Portalen gibt es verschiedene Möglichkeiten der Mitgliedschaft. Ich hatte mich zunächst bei Ancestry für eine kostenlose Mitgliedschaft entschieden, um überhaupt meinen Stammbaum erstellen zu können. Mit zunehmender Quellenlage wechselte ich dann zu einer Basismitgliedschaft für sehr günstige EUR 9,95 halbjährlich. Dies ermöglicht mir den Zugriff auf Stambäume von Ancestry-Mitgliedern weltweit, sofern diese öffentlich sind. Bei privaten Stammbäumen kann ich die Mitglieder um einen Gastzugang bitten. Diese Stufe halte ich für alle Ancestry-Mitglieder für nützlich. Ab da muss jeder selbst entscheiden, ob er mehr Zugriffe benötigt. Es sind als Steigerungen noch “Deutschland Premium” und “International Deluxe” möglich. Positiv: Selbst bei der günstigen Basisvariante kann ich Hinweise aus anderen Stammbäumen mit meinen Forschungsergebnissen vergleichen und Daten einfach übernehmen. Dies geht auch mit eingestellten Mitgliedergeschichten, Fotos, Audio- und Videofiles.

Um bei MyHeritage einzusteigen,erstelle ich aus meinen Daten bei Ancestry eine GEDCOM-Datei, die ich dann problemlos importierte. Danach folgte die erste Enttäuschung: MyHeritage erlaubt in der kostenfreien Basicvariante nur eine Stammbaumgröße von 250 Personen / 250 MB. Selbst die Premiumvariante mit 2.500 Personen / 500 MB (jährliche Kosten EUR 60) reicht für meine bisherigen Forschungsergebnisse nicht aus. So müsste ich mich für die Premium Plus-Variante für stolze EUR 107,40 jährlich entscheiden, um überhaupt mit meinem Stammbaum arbeiten zu können.  Besonders gespannt war ich auf das Tool “Record Matches”, das automatisch historische Aufzeichnungen und Zeitungen mit den eingestellten Daten vergleicht. Bis einschließlich Generation #7 (Obereltern) ergaben sich hier bei mir keine Matches, so dass ich mindestens EUR 60 aufwenden müsste, um diese Funktion zu testen.

Für meine praktische Arbeit hat Ancestry eindeutig die Nase vorn. Die Nutzung elektronischer Quellen wird jedoch nie durch den persönlichen Kontakt mit anderen Forschern ersetzt werden können – und erst recht nicht durch das Gespräch in der Familie

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Meine Buchempfehlungen für Forscher

Meine Forschung hat sich inzwischen weit von der eigentlichen Kernfamilie entfernt. Inzwischen habe ich über 16.000 Personen verzeichnet. Ich bin auf Überraschendes gestoßen, auf Auswanderung, Hunger, Ahnenschwund – aber auf eines bin ich immer  wieder zurückgeführt worden: Die Grundlagen der Familienforschung. Es ist wie beim Kochen: Wer die Basics nicht beherrscht, muss sich gar nicht erst an den komplizierten Sachen versuchen. Ich bin dankbar für Tipps von Forscherkollegen und für grundlegende Bücher.

Einige davon möchte ich als Tipp weitergeben. Zum Teil sind diese Bücher nur noch antiquarisch erhältlich:

  • Forschungsmethoden – Der tote Punkt beim Forschen und seine Überwindung. Autor: Werner Konstantin von Arnswaldt, Leipzig 1926. Erschienen im Verlag Degener & Co.
  • Familiengeschichtliche Quellen in den Archiven und ihre Benutzung.  Autor: Werner Konstantin von Arnswaldt, Leipzig 1933. Erschienen im Verlag Degener & Co.
  • Die Auswertung von Einträgen der Todesfälle und der Todesursachen in den Kirchenbüchern. Autor: Pfarrer Hans Joachim Seilkopf. Erschienen im Verlag Degener & Co.
  • Für Forscher im plattdeutschen Raum: Kleines plattdeutsches Wörterbuch. Autor Johann Spratte, 1976.
  • Kleines Lexikon des Aberglaubens. Autoren Ditte und Giovanni Bandini. Erschienen im Deutschen Taschenbuch Verlag dtv
  • Ahnen und Heilige. Namengebung in der europäischen Geschichte. Autor Michael Mitterauer. Erschienen bei C.H. Beck
  • Abbildung und Beschreibung aller Ritterorden in Europa. Augsburg 1792. Nachdruck im Reprint-Verlag Leipzig
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Family photos

During the last weeks I added new members and new photos to my family tree. Here you can see some of the awesome family photos from 19th century:

Ahnenforschung bei Facebook

Bei Facebook gibt es jetzt eine Gruppe für Ahnenforschung. Hier kann man Fotos und Suchanfragen posten und Dokumente einstellen, die sich nicht entziffern lassen. Einfach mal reinklicken unter https://www.facebook.com/groups/358990344127948/

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Napoleonische Namensreform: Ein neuer Plaisi(e)r ist aufgetaucht

Ich hatte bereits erwähnt, dass Napoleon mit Dekret vom 18. August 1811 eine Verwaltungereform verfügt hatte. Danach mussten unter anderem alle Untertanen, die bislang noch über keinen Familiennamen und festen Vornamen verfügten, innerhalb eines Jahres an ihrem Wohnort einen Namen annehmen und dazu eine entsprechende Erklärung abgeben.

Forscherkollege Günter Jobs teilt mir jetzt mit, dass auch einer der Vorfahren in seiner Familie aufgrund dieser Anordnung den Namen “Plaisir” angenommen hat, damals noch in der original französischen Schreibweise.

Es handelt sich um Berend Janssen, Sohn des Arbeiters Jan Harms und seiner Ehefrau Elske, geb. Berends, geb. am 22. Juli 1789 in Bunde, Kreis Leer, getauft am 26. Juli 1789 ebenda. In der Heiratsurkunde der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Bunde vom 22. Dezember 1816 ist hinter dem Namen Janssen in Klammern vermerkt “später Familienname Plaisir”. Die Annahme des Namens Plaisir wird durch die Geburts- und Taufurkunde eines gemeinsamen Sohnes bestätigt, der am 29. August 1832 in Bunde geboren und am 9. September 1832 getauft wurde. Vater und Sohn werden in der Urkunde als “Plaisir” geführt.

Vielen Dank für den Hinweis und die Urkunden!

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Interview auf MyHeritage

Ich freue mich sehr über ein Interview zu meiner Forschung auf dem Blog von MyHeritage.

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